Ein Traum von einem Brot

Wenn man sich ein Brot vor­stellt, sieht es ziem­lich genau so aus, oder?

Man könn­ten mei­nen, ich hät­te das Brot­ba­cken ein­ge­stellt. Nö, ich habe durch­aus eini­ges geba­cken. Aber ich konn­te nicht dar­über blog­gen. Das Welt­un­ter­neh­men Voda­fone hat­te uns für fast drei Wochen von Tele­fon, TV und Inter­net befreit. Kom­plett. Das muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen: Ein bei »War­tungs­ar­bei­ten« von Voda­fone selbst ver­ur­sach­ter Total­aus­fall – eine soge­nann­te Stra­ßen­stö­rung – wird trotz viel­fa­cher Mel­dung und Auf­for­de­rung wochen­lang nicht beho­ben. Kun­den­dienst? Nicht exis­tent. In jeder Hin­sicht unter­ir­disch. An der Sep­tem­ber­rech­nung merkt man davon aber nichts.

Immer­hin war man­gels Ablen­kung genug Zeit zum Backen. So bekam die Rezept­samm­lung einen Neu­zu­gang, der sich sogar gleich zwei­mal hin­ter­ein­an­der als optisch gera­de­zu typi­sches Brot mate­ria­li­sier­te. Und auch noch super schmeckte.

Ich meh­le mei­ne Gär­kör­be nicht mehr ein. Statt­des­sen nut­ze ich Leinentücher.

Auf der Suche nach einem wei­te­ren taug­li­chen All­tags­brot war ich wie so oft beim Brot­Doc fün­dig gewor­den. Sei­nes hieß sogar so. Ich bin sicher, man es genau so, wie es dort steht, erfolg­reich nach­ba­cken. Bei mir ergab sich eine Ände­rung dar­aus, dass ich kein Wei­zen­malz­mehl habe – und auch kei­nes kau­fen möch­te. Ich habe statt­des­sen etwas Rüben­kraut zuge­ge­ben. Die zwei­te war dem Umstand geschul­det, dass ich nicht mehr aus­rei­chend W550 da hat­te. Kur­zer­hand habe ich den gan­zen Wei­zen­mehl­an­teil im Haupt­teig durch Ruch­mehl ersetzt. Das hat sich schon oft bewährt – back­tech­nisch wie auch aro­ma­tisch. Außer­dem wäre mir/uns das Ori­gi­nal­brot zu hell gewe­sen. Alles gut. Hat pri­ma funk­tio­niert.[1]Übri­gens: Auch eine Mischung 2:1 mit Ruchmehl/Dinkel 630 schmeckt sehr gut, muss jedoch back­tech­nisch etwas anders gehand­habt wer­den. Beim Sau­er­teig habe ich mich für die wär­me­re Füh­rung entschieden.

Beein­dru­ckend, mit wel­chem Feu­er­ei­fer Enkel­toch­ter II wie­der bei der Sache war: Meh­le und Zuta­ten abwie­gen, Ankars­rum bestü­cken und bedie­nen, Teig tei­len, auf Span­nung brin­gen, for­men, lang­wir­ken, zur Gare stel­len, ein­schnei­den … Ler­nen für’s Leben. Da geht dem backen­den Opa das Herz auf. Klar, dass sie am Ende des Tages auch eins der bei­den Bro­te stolz nach Hau­se tra­gen durfte.

Die Kru­me wirkt hier dich­ter als sie ist. Sicher zu früh angeschnitten.

Das All­tags­brot trägt sei­nen Namen zu Recht. Es schmeckt groß und klein gut, passt zu vie­ler­lei Belag. Die Krus­te ist gut, aber nicht zu aus­ge­prägt. Die Kru­me ist weder zu grob- noch zu fein­po­rig und schön elas­tisch. Dass bekommt bei mir einen fes­ten Platz auf der Back­lis­te. Wenn es über­haupt etwas zu ver­bes­sern gäbe, wäre es – mini­mal – bei der Halt­bar­keit, wenn man kein Schnel­les­ser ist. Ich den­ke, ich wer­de beim nächs­ten Mal zum Tes­ten ein Koch­stück ein­bau­en. Wird klappen.

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1Übri­gens: Auch eine Mischung 2:1 mit Ruchmehl/Dinkel 630 schmeckt sehr gut, muss jedoch back­tech­nisch etwas anders gehand­habt werden.

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