Sauerteig von 2018 gibt die Rose von Jericho

Ers­te Begut­ach­tung am frü­hen Mor­gen. Man beach­te die Blub­ber­bläs­chen vor allem im Wei­zen-ASG. Und das nach acht Jah­ren Tro­cken­heit – und einer Nacht mir etwas Wasser.

Was soll ich sagen? Er lebt noch, der Sau­er­teig von 2018. Er ist schwach, aber heu­te mor­gen um 05.50 Uhr zeig­ten sich tat­säch­lich ein paar Bla­sen. Mehr im Wei­zen-Anstell­gut als im Rog­gen-ASG, aber auch dort tut sich noch was. Dar­auf hat­te ich zwar gehofft, aber gerech­net habe ich vor­sichts­hal­ber mit gar nichts. 

Ges­tern nach­mit­tag hat­te ich die vor acht Jah­ren archi­vier­ten Flo­cken mit mäßig war­mem Was­ser auf­ge­schlämmt und über Nacht zuge­deckt ste­hen­ge­las­sen. Sonst kei­ne Fise­ma­ten­ten. Heu­te mor­gen habe ich dann jeweils etwas Mehl (W550/R1150) und eine Klei­nig­keit Rüben­kraut als Frisch- und Kraft­fut­ter hin­zu­ge­rührt und bei­de Glä­ser in den 25° war­men alten Back­ofen verfrachtet. 

Nach gut ein­ein­halb Stun­den war zwar noch kei­ne Volu­men­ver­grö­ße­rung zu beob­ach­ten, wohl aber noch mehr Akti­vi­tät im Sau­er­teig. In bei­den, wenn auch unter­schied­lich stark.

So habe ich die bei­den Pati­en­ten bis etwa 14.30 Uhr abge­deckt auf der Fens­ter­bank nahe der Hei­zung in Ruhe gelassen.

Der nächs­te Schritt war, vom Koma-Pati­en­ten-ASG jeweils 20 Gramm abzu­neh­men und dar­aus eine neue Mischung im Ver­hält­nis 1:3:4 zu machen – beim Rog­gen nun aber R1370. Den Neu­an­satz fand ich sinn­voll: weni­ger Kon­kur­renz für die Sau­er­teig­be­woh­ner und reich­lich Nah­rung. So wie man sonst auch vor­ge­hen wür­de, wenn das ASG zur »Füt­te­rung« ansteht. Den ver­blie­be­nen Uralt-Sau­er­teig habe ich mit fri­schem Mehl ver­sorgt und las­se ihn bei Raum­tem­pe­ra­tur wei­ter reifen. 

Wir wer­den sehen.[1]Ich wer­de berich­ten.

Aber als ich heu­te mor­gen die Bläs­chen sah, war ich ganz aus dem Häus­chen. Die­se Lebens­kraft fand ich ein­fach unglaub­lich. Genau wie bei der Rose von Jeri­cho. Man muss nur ein wenig Geduld aufbringen.

Apro­pos: Ich las von Leu­ten, die kip­pen Honig und Press­he­fe in ihren noch jun­gen (weni­ge Tage alten) Sau­er­teig – weil sie’s nicht abwar­ten kön­nen und drin­gend Sem­mel­brö­sel brau­chen. Kein Witz.

Klar, natür­lich explo­diert der ver­ge­wal­tig­te »Sau­er­teig« dann. Allein beim Gedan­ken dar­an gruselt’s mich. Ich den­ke, wer so vor­geht, hat etwas Grund­le­gen­des nicht ver­stan­den, oder es ist denen egal: Die wich­tigs­te und segens­reichs­te Zutat beim Brot­ba­cken ist – Zeit. Das gilt auch für den Urstoff der gan­zen Geschich­te, den Sau­er­teig. Wer das nicht respek­tie­ren kann oder will, soll­te mei­ner Mei­nung nach gleich das Har­ry-Brot im Aldi kau­fen. Das geht noch schnel­ler. Wird garan­tiert auch schnel­ler furz­tro­cken – ide­al für das eilends benö­tig­te Paniermehl…

Also, mor­gen früh sehen wir wei­ter, wie sich die Sache ent­wi­ckelt. Und not­falls auch noch ein paar Tage mehr. Wird schon gut wer­den. Man muss nur dran glauben.

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