
Heute nachmittag habe ich ein kleines Experiment gestartet. Ausgelöst durch die Frage eines Forenten bei Mastodon gestern, ob er mangels Lust und Bedarf seinen Roggensauerteig sterben lassen sollte, habe ich ihm davon abgeraten und die Trocknung und Archivierung des Anstellgutes empfohlen. Ich meine, man fragt ja auch nicht öffentlich in die Runde, ob man seine Katze in die Regentonne stopfen soll, weil sie zum Beispiel faul geworden ist.
Sauerteige mit Vorsatz und heimtückisch umbringen, das geht gar nicht. 😉
Ich weiß nicht, ob er den Rat beherzigt oder nicht – ist mir letztlich auch egal -, aber da ich schon mal das Sauerteig-Backup ins Spiel gebracht hatte, habe ich mal nachgesehen, was ich selbst so im Archiv habe. Ich hatte gedacht, ich hätte mit dem Trocknen so etwa 2022 angefangen. Tatsächlich habe ich aber mehrere Sicherheitskopien von R‑ASG und W‑ASG aus 2018 (!) im Tresor gefunden.

Zwei habe ich heute herausgeholt und die Trockenflocken mit etwas Wasser (ca. 20°) aufgeschlämmt. Nun lasse ich sie bis heute abend in Heizkörpernähe stehen und gebe vor der Nachtruhe noch jeweils etwas passendes Mehl hinzu. Vielleicht noch einen Rübenkraut als Extrafutter. Und dann schauen wir mal, wie das morgen aussieht und sich entwickelt.
Sollten die Hefen und Milchsäurebakterien diese acht Jahre überlebt haben – zumindest einige von ihnen -, müsste sich morgen zarte Aktivität (Bläschen, kleine Volumenzunahme) zeigen. Spannende Sache, das. Falls das geschieht, werde ich den Prozess gemächlich fortsetzen und in mehreren Stufen hoffentlich nach Tagen einen triebfähigen Sauerteig bekommen.
Den brauche ich zwar im Moment nicht wirklich, so dass auch ein Scheitern des Experiments zu verschmerzen wäre, aber wenn es gelingt, kann ich Brot aus Sauerteigen backen, die einen jahrelangen Tiefschlaf in einem fast vergessenen Schraubglas hinter sich haben. Und das wäre doch ein beeindruckender Beweis für die vitale Kraft, die dem Sauerteig innewohnt.[1]Ich werde berichten.
Möge die Übung gelingen!
Anmerkungen
| ↑1 | Ich werde berichten. |
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