
Vorerst letzter Akt in meinem kleinen Experiment, zwei zu Flocken getrocknete Sauerteige nach acht Jahren wiederzuerwecken. Der Versuch ist nun beendet, und es gibt zwei Ergebnisse.
Der Roggenteig hat die Jahre im Koma seit 2018 ebenso gut überstanden wie das archivierte Weizen-Anstellgut, war aktiv und legte an Volumen gut zu. Aber: Auf dem Kompost gelandet ist er am Ende doch. Der Grund war banal: ein Schimmelbefall.

Der hatte jedoch nichts mit der Wiederbelebung zu tun, sondern mit meiner Sorglosigkeit. Ich hatte die ins Leben zurückgeholten Sauerteige in den sechs Tagen nie im Kühlschrank, sondern über Nacht entweder in der Küche oder im kühlen Anbau stehen lassen, um die Wiederbelebung nicht auszubremsen.. Da man bei der Arbeit mit Sauerteig immer auch mit Fremdhefen und allen möglichen Sporen etc. zu tun hat, haben die sich des nährstoffreichen Koma-Patienten gerne angenommen und ihn besiedelt.
Fazit: Behandlung geglückt. Patient I tot [1]eigentlich quicklebendig, aber anders als gewünscht.
Der unterm Strich bessere Teil des Endergebnisses: Patient II, das Weizen-ASG, erwies sich als resistenter gegen potentielle Untermieter. Es war zur selben Zeit einwandfrei, und ich habe es gleich morgens nochmals aufgemöbelt wie man das halt auch sonst so macht.
Das hat ihm gutgetan, und ich habe nun neben meinen beiden normalen ST-Kumpels einen prächtigen Weizen-Sauerteig im Kühlschrank – nach acht Jahren Tiefschlaf aktiv, gesund und bereit zu neuen Taten. [2]Die Tage werde ich ihn nochmals auffrischen und für ein paar leckere Kartoffelseelen verwenden.
Mission accomplished.

Die Botschaft ist klar: Es ist möglich, Sauerteig zu trocknen und zu archivieren – auch über sehr lange Zeit. Dieses Sicherung lässt such auch nach Jahren noch wiederbeleben und verwenden. Somit gibt es keine Ausreden mehr, falls mal wieder jemandem aus Nachlässigkeit das Anstellgut verreckt ist.
Da gilt dann wie in der IT: No backup, no mercy! 😉


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